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Allergien bei Hunden: Trend oder Zivilisationserkrankung?

Hunde mit Allergien – fast scheint es so, als ob allergiefreie Hunde in Deutschland die Ausnahme wären. Von daher: Wie erkennt man überhaupt eine Allergie, wie lässt sie sich vermeiden und wie sicher ist das Diagnoseverfahren und das Ergebnis?

Hunde, die unter Allergien leiden, nehmen immer mehr zu in Deutschland. Inzwischen wächst auch der Markt an diagnosegebenden Verfahren, um per Bluttest Allergien beim Vierbeiner feststellen zu können. Ob das sicher und seriös ist und wie du Allergien selbst feststellen kannst, erfährst du hier.

Allergien – was ist das überhaupt?

Es gibt bei Hunden nicht nur die eine einzige Allergie. Fast könnte man sagen, dass so viele verschiedene Allergieformen auftreten, wie es Hunderassen gibt. Ob es sich um Futtermittel, Medikamente, Milben oder Waschmittel handelt – es gibt in diesem Bereich nichts, was es nicht gibt. Aber was sind Allergien denn überhaupt? Eine Allergie ist immer eine Reaktion des Immunsystems auf eine oder mehrere Substanzen. Der Körper identifiziert manche Stoffe als Krankheitserreger und bildet dagegen Antikörper. Dieser innere “Kampf” kann sich dann in Form von Ausschlägen, Juckreiz, Verhaltensänderungen und mehr äußern. Das Hinterlistige daran: Es können sich Allergien auf Stoffe entwickeln, die bisher nie ein Problem für den Hund bedeutet haben. Manchmal kann ein jahrelang gut vertragenes Futter aus Hühnchen plötzlich riesige Probleme bereiten.

Allergien können sich sowohl sofort nach Berührung mit einer bestimmten Substanz entwickeln als auch nach längerer Zeit. Reagiert der Organismus direkt, dann spricht man auch von einer besonders hohen Immunantwort mit vielen Antikörpern. Tritt die Allergie zeitverzögert auf, dann “sammelt” der Körper sozusagen allergische Kontakte so lange, bis dann eine allergische Reaktion sichtbar wird.

Immer häufiger: Allergien aufs Futter

Die Allergien, die immer mehr auf dem Vormarsch sind, sollen Futtermittelallergien sein. Sie treten nach Flohspeichelallergien und der sogenannten atopischen Dermatitis, bei der Hunde auf Umweltallergene von außen reagieren, am häufigsten auf. Häufig zu beobachten bei Futtermittelallergien sind Symptome wie Hautausschläge, Jucken, schmerzhafte Ohrenentzündungen oder Verdauungsprobleme. Solche Allergien können sogar sekundäre Erkrankungen ausbilden. Eine Futtermittelunverträglichkeit kann auch anhand der Lokalisation der Hautveränderungen festgestellt werden: Bei einer Allergie finden sich die veränderten Hautbereiche fast immer im Bauch- und Leistenbereich.

Die Diagnose einer Futtermittelallergie allerdings gleicht einem Detektivspiel. Nicht immer ist klar, ob und um welche Allergie es sich handeln könnte und welche Substanz eine Immunantwort auslöst, die sich dann beim Hund in welcher Form auch immer zeigt. Ist man dann überfragt, greift man auf irgendwelche Diagnosen zurück, um überhaupt eine zu haben: Eine davon lautet “Trendkrankheit”. Bei dieser Diagnose unterstellt man den Hundebesitzern, der eigenen Fellnase eine Allergie anzudichten, wo faktisch keine vorhanden sein soll. Mit einer derartigen “Diagnose” ist dem Hund allerdings nicht geholfen. Er muss weiter leiden. Und zwar so lange, bis man der Ursache wirklich auf den Grund geht.

Allergien nachweisen durch Blutanalyse: die Lösung?

Ein Pieks, ein paar Blutstropfen vom Hundekind – oder noch einfacher ein bisschen Hundefell oder Speichel - und kurz darauf erhalten die Hundeeltern eine Analyse, welche Allergien der Vierbeiner in sich trägt. Eine tolle Vorstellung, wenn man möglichst ohne Zeitverlust auf die Leiden des Hundes sofort reagieren kann. Nur: Ist das möglich? Auf dem Markt wimmelt es vor Analyse-Tests, anhand derer man verschiedene Futtermittel oder Zutaten einfach überprüfen kann. Allerdings sind diese Systeme nicht nur kostspielig, sondern auch stark fehleranfällig.

Eine seriöse Diagnose mittels eines online gekauften Tests ist fragwürdig. Um eine gesicherte Diagnose zu stellen, ist immer Zeit und Geduld erforderlich. Dass etwas nicht stimmt, zeigt ein Hund relativ zuverlässig an: Kopfschütteln, häufiges Kratzen, Pfoten lecken, Durchfall ... sind erste Anzeichen. Siehst du bereits Quaddeln, vermehrte Schuppen oder sogenannte Hot Spots (entzündete Hautbereiche), ist ein schnelles Handeln angezeigt. Denn Symptome wie ständiges Kratzen kann schwerwiegende Folgen haben. Durch das Kratzen kann nämlich die Hautoberfläche aufgekratzt werden – dies kann dann ein offenes Tor sein für Keime, die eindringen und so schmerzhafte wie entzündliche Hautirritationen zur Folge haben können. Um eine Verschlechterung zu vermeiden, ist es notwendig, die entzündeten Stellen zu reinigen und diese dann fachmedizinisch behandeln zu lassen.

Wenn die Verdauung nicht mitspielt: Anzeichen einer Allergie?

Dein Hund pupst oft und neigt regelmäßig zu Durchfall? Es muss nicht – kann aber ein Anzeichen für eine Futtermittelunverträglichkeit sein. Auch wenn man Verdauungsprobleme bei einem Hund oft toleriert und nicht wirklich ernst nimmt. So können regelmäßige Geruchsbelästigungen, die als „normal“ bezeichnet werden, bereits das erste Anzeichen einer Futtermittelunverträglichkeit sein. Bei solchen Symptomen ist immer auch eine Futtermittelallergie zu berücksichtigen, da eine gut verträgliche Ernährung keinesfalls regelmäßige Blähungen oder Verdauungsstörungen verursacht.

Natürlich können für Verdauungsbeschwerden viele andere Gründe eine Rolle spielen. Du solltest dich vor einem Allergietest oder einem aufwändigen Ausschlussverfahren folgendes fragen:

  • Hat deine Fellnase das Futter zu kalt gegessen?
  • Hast du zu schnell auf eine neue Futtersorte umgestellt?
  • Kämpft dein Hund gerade mit einer Wurmkur oder Impfung?
  • Ist dein Vierbeiner gestresst, weil ihr z.B. im Urlaub seid?
  • Liegt eine Magen-Darm-Infektion vor?
  • Ist das Trockenfutter mit Futtermilben kontaminiert?
  • Wird dein Hund zu abwechslungsreich mit unterschiedlichen Futterarten gefüttert?

Diese Fragen sind wichtig, diese Ursachen für die Verdauungsprobleme und Hautprobleme auszuschließen. Insgesamt ist das korrekte Fütterungsmanagement wichtig für eine funktionierende Verdauung. Werden sehr unterschiedliche Fütterungsarten miteinander kombiniert, kommt es zu verschiedenen Verdauungsprozesse im Hundedarm, was zu Gasbildung und Fehlgärungen führt. Durch dieses Ungleichgewicht kann die Darmschleimhaut des Hundes angegriffen und gelockert werden. Diese Schleimhaut dient dem Tier als bedeutende Immunbarriere. Wenn diese angegriffen wird, können potenzielle Allergene durch ihre gelockerte „Fassade“ eindringen, was dazu führt, dass der Hund eher eine Allergie gegen aufgenommene Futterbestandteile entwickelt, da Allergenen der Weg geöffnet wurde.

Allergien gegen Futtermittel – ein selbst verursachtes Problem?

Dass ein Wolf in freier Wildbahn allergisch auf seine Beute reagiert, ist höchst unwahrscheinlich. Allerdings ist eine Futtermittelallergie bei modern gehaltenen Haushunden ein häufig beobachtetes Phänomen. Generell ist eine Unverträglichkeit kein Wunder, wenn man bedenkt, was so in den Näpfen unserer Lieblinge landet. Speziell bei industriell hergestelltem Futter liegt eine Unverträglichkeit nicht selten nahe, wenn man sich die Zutatenliste zu Gemüte führt. Statt hochwertigem Fleisch wird oft auf „verarbeitetes Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ gesetzt.

Darüber hinaus sind die Proteinquellen in der Regel bunt gemischt und bestehen aus vielen unterschiedlichen Fleischsorten ergänzt um Aroma- und Konservierungsstoffe sowie einem hohen Anteil an Getreide. So muss der Hundeorganismus eine Vielzahl verschiedener Fleischsorten und zugleich Unmengen an Getreide und Synthetik verdauen. Ein Missverhältnis, das langfristig nicht ohne Auswirkungen bleiben kann und sich im besten Fall nur als Futtermittelallergie äußert.

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Bei LuckyChef glauben wir an maßgeschneiderte Ernährung für Hunde. Mit unseren individuell angepassten Rezepten und der Expertise unserer Tierärzte sorgen wir dafür, dass dein Vierbeiner alles bekommt, was er braucht, um fit und glücklich zu sein.